Nachtgedanken über Bücher und ihre Regale (oder: wie viele Klammern verträgt ein Eintrag?)

Die Ordnung in meinem Bücherregal ist schon manchmal seltsam. Als Vorbemerkung: Ich habe zu wenig Regal für meine Bücher. Es sind nicht viele, zwischen zwei- und dreihundert, Tendenz eher zur dreihundert, ich habe sie mal aus Neugier gezählt, aber die Zahl vergessen. Ungefähr einmal im Quartal nehme ich vor, Inventur zu machen, aber es klappt nie. Je mehr Bücher es werden, umso abschreckender wirkt es auf mich, leider.

Worauf ich hinaus wollte. Ich habe heute „Beute – Prey“ von Michael Crichton gelesen (für meinen Freund: Ja, das ganze Taschenbuch, etwa 450 Seiten, und vorher noch ein Gabriel Burns-Buch mit ziemlich genau 200 Seiten, inklusive einer Pause dazwischen, alles am Nachmittag/Abend. Ja, und? Das ist mein normales Pensum!) Als ich ihn eben zurückgestellt habe, fiel mir auf, dass er zwischen Sherlock Holmes und „Madame Bovary“ steht. Interessant. Weiterhin muss ich mich nur umdrehen und sehe (unter anderem) mein Studentenkochbuch, meine beiden Saramagos (sehr zu empfehlen, übrigens, ich finde seinen Stil faszinierend, vor allem in seiner Konsequenz), „Die Karte meiner Träume“, zwei alte Französisch-Schulbücher, vorm Verbrennen gerettet (lange Geschichte) und „Per Anhalter durch die Galaxis“. Da steht noch mehr. Die freien Flächen in meiner Jugendzimmer-Wohnwand (oder so ähnlich) sind voller Bücher, alle zweireihig, wie im Antiquariat…

Nur das Bücherregal über meinem Bett sieht „normal“ aus, schön nebeneinander die Harry Potters und andere Titel meiner Adoleszenz.

Ich habe einen Traum. Wenn ich meine erste richtige Wohnung beziehe (Wohnheim zählt für mich nicht, das ich nur geborgt), dann werde ich vier bekannte weiße Bücherregale einer großen schwedischen Möbelhauskette kaufen (das wird dann das erste Mal sein, dass ich ein solches Geschäft betrete, ehrlich) und alle meine Schätze werden ordentlich sortiert eingeräumt. Horror und Thriller hier, Fantasy und Science-Fiction da, Nachschlagewerke aller Couleur dort und so weiter. Das wird himmlisch, alle können sich frei präsentieren und wenn ich „Brennen muss Salem“ lesen möchte, muss ich nicht erst zehn Bücher beiseite räumen, die ich nie wieder so hingestellt bekomme, wenn das Buch ausgelesen ist. Nein, ich gehe zum Horror/Thriller-Regal, wahrscheinlich steht der gute Stephen King in der zweiten Reihe, weil ich innerhalb der Genres alphabetisch nach Autoren und dann nach Titeln sortieren werde (die vertraute öffentliche-Bibliotheken-Sortierung), und da ist es. Wundervoll. Und nach dem lesen kommt es wieder in die Lücke. Großartig.

Einziger Nachteil: Ich werde mehr Staub wischen müssen. Machen wir uns nichts vor. Titel, die seit fünf Jahren im Regal stehen, müssen abgepustet werden, ehe man sie lesen kann. Außer man steht auf Staubgeriesel. Bei eng beieinander stehenden Büchern in einem Schrank (das ist es nun mal) hält sich die graue Schicht in Grenzen.

Aber das nehme ich gern in Kauf. Mit Staubsaugern erzielt man verblüffende Resultate, wenn man behutsam vorgeht…

Übrigens habe ich im Keller die Bücherkiste ausgemistet und bin mit meinem Freund und den „Nackenbeißern“ (O-Ton Antiquarin) seiner Mutter ins Buchdorf gefahren. Letztendlich mussten wir sie verschenken – keiner nahm welche mehr und es war ja nur Belletristik (und Nackenbeißer). Allerdings verschenke ich die Bücher lieber, als sie im Altpapieraufkauf zerpflücken zu müssen, dies wäre unsere ultima ratio gewesen. Beim Altpapier hätte mein Herz geblutet. Immerhin, ich habe wie immer was gefunden. Kein Antiquariat, in dem ich nichts finde. Ob ich es kaufe, ist eine andere Frage, denn für richtig tolle, bibliophile Ausgaben fehlt dann doch (leider) das Geld. Aber hey, „Sturmhöhe“ von Emily Bronte, eine hübsche Ausgabe von „Der Name der Rose“ mit schwarzem Schnitt oben (unter anderem) machen mich glücklich.

Geneigter Leser, schläfst du schon? Schweift dein Geist bereits ab?

Dann sei er hiermit erlöst.

Aktuelle Musik:

Soundtracks Vol. 1 und 2 der Hörspiel-Reihe „Gabriel Burns“

Nachtrag: Nur 13 Klammern… Wenig, wenig…

One thought on “Nachtgedanken über Bücher und ihre Regale (oder: wie viele Klammern verträgt ein Eintrag?)

  1. „Es sind nicht viele, zwischen zwei- und dreihundert, Tendenz eher zur dreihundert,“

    Muss da jemand etwas kompensieren?
    *brotz brotz* Sehr her! Ich lese Bücher~

    Die geneigten Leser deines Blogs müssten dem Grunde nach sich deiner und deiner Vorlieben durchaus bewusst sein😉

    ___

    Deine Einladung steht schon auf meinem Drucker und lächelt mich täglich an. Ich fühle mich immer geneigt dich schnellstmöglich anzurufen und trotzdem funktionierte es bisher nicht.
    Nächste Woche, versprochen.

    *hugz*

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s