Long ago, it seemed so long ago…

Es ist eine Weile her, seit ich das letzte Mal gebloggt habe; ich gebe zu, ich habe meinen Blog vernachlässigt. Jetzt, da ich die Tastatur unter meinen Fingern habe, frage ich mich, was mich davon abgehalten hat?

Zunächst das Praxissemester-Update: Es gibt nichts mitteilen. Es macht immer noch wahnsinnig viel Spaß – ich weiß definitiv, das meine Wahl fast nicht hätte besser sein können. Die werden mir alle fehlen.

Dann konnte die Leseratte in mir sich ja eine Weile nicht wirklich ausleben, trotzdem habe ich es geschafft, „Reckless – Steinernes Fleisch“ von Cornelia Funke zu lesen. Ein Glücksgriff, zu dem ich kam wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde. Es gab eine Rundmail im Verlag, ob jemand noch etwas von diesem Verlag haben möchte, ich schlug spontan zu und wurde nicht enttäuscht (ich hatte ja auch keine irgendwie gearteten Erwartungen…).

Kurz zur Handlung – aber nein, ich verrate nichts, sonst ufert der Teil über Bücher wieder zu sehr aus… Nur soviel: Es hat mir sehr gut gefallen, und seit diversen Momenten in den Geschichten A. Sapkowski mag ich Autoren, die aus Grimms Märchen etwas völlig Neues und trotzdem so Vertrautes schaffen.

Das zweite Buch, das mir den heutigen Tag versüßt hat, war ein Buchmessefang der besseren Art. Es ist ein russischer Fantasy-Roman, der so ganz anders war, als ich nach dem Klappentext erwartet hatte. Er heißt „Die geheime Geschichte Moskaus“.

Ich habe derzeit also mal wieder die Fantasy für mich wiederentdeckt. Der vorläufige Höhepunkt dahingehend wird sicherlich „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I“ sein, den ich nächste Woche zu sehen gedenke. Es wird wohl nichts mit dem Premierenmittwoch werden, aber Freitag scheint der Tag zu sein, an dem es passiert. Ich habe ja prinzipiell Probleme mit Verfilmungen, aus den bekannten Gründen von Kürzungen, Umschreibungen (Frodo in Osgiliath! WTF? Nein, verdammte Axt!) und dem Aussehen von Schauspielern, das mit meinem Bild der Figuren kollidiert. Es gibt allerdings auch gute Verfilmungen, das gebe auch ich zu. Bei Harry Potter haben mir die letzten Filme immer besser gefallen, weil sie düstere Bedrohung fast noch greifbarer machen als in den Romanen. Natürlich gefallen mir o.g. Dinge auch in den Harry Potter-Filmen nicht, da wird es kaum einen Film geben, bei dem ich nicht schimpfen würde.

Nichtsdestotrotz freue ich mich wahnsinnig darauf. Ich bin mit den Büchern groß geworden, war immer genauso alt wie die Helden oder nicht viel älter. Außerdem weiß ich, dass Alan Rickman verdammt gut „sterben“ kann… Aber das kommt ja erst in Teil II vor. Apropos Alan Rickman: Großartiger Schauspieler, wegen dem ich mir sogar eine Jane Austen-Verfilmung antat (ich mag Jane Austen überhaupt nicht). Außerdem hat er eine wunderbare Stimme (nicht nur seine deutsche Stimme ist toll – außer in „Stirb langsam 1“, die ist grausam). Auf einem Lied von Mike Oldfield (das gerade läuft – welch Zufall!), spricht er und ich kriege jedes Mal Gänsehaut, obwohl er nur Instrumente ansagt (sorry, aber das ist nunmal Mike Oldfield): „Grand Piano. Digital Sound Processor. Glockenspiel. Bass guitar.“ Es gibt ein YouTube-Video, auf dem man Alan Rickman ein Shakespeare –Sonett rezitieren hört. Wundervoll. Ich mag Baritone. Die meisten Sänger, die ich mag, sind Baritone. Dave Gahan, die Sänger der Editors und der White Lies, Jared Leto von 30 Seconds To Mars (wenn er nicht gerade schreit), Morten Harket (wenn er nicht gerade im Falsett singt – schon mal „Crying in the Rain“ gehört?), Johnny Cash, Ian Curtis, der Sänger von Joy Division (ich bin mir aber nicht sicher, dass der so hieß), Nick Cave, Peter Heppner von Wolfsheim, Matthew Bellamy von Muse… Der einzig nennenswerte Ausreißer ist Theo Hutchcraft von Hurts.

Da ich ja ein von dem öffentlichen Nahverkehr abhängige Person bin (ich fahr gern Tram und Bahn), macht man auf dem Weg zur Arbeit ja immer die kuriosesten Beobachtungen, und manchmal möchte man die eben mit der Welt teilen.

Zunächst, was, oder genauer wen ich nicht ernst nehmen konnte und mir das Grinsen sehr verkneifen musste: Ein Typ, fast so breit wie hoch, ziemlich trainiert, böse blickend. Nur, er trug ein lila T-Shirt, drüber eine dunklere, aber immer noch lilafarbene Stoffjacke und hackte auf einem rosa Handy rum. Also bitte! Das war ziemlich grotesk.

Was mich hingegen ärgert, sind Leute, die immer in der Straßenbahn sein wollen, ehe der erste der ausgestiegen ist. Die drängeln sich ohne Rücksicht auf Verluste rein. Das geht durch alle Altersklassen, aber je oller, je doller. Wer kann es denn so eilig haben? Für gewöhnlich wartet der Fahrer, bis alle drin sind, die anstanden. Das soll vorkommen.

Ganz toll sind auch notorische An-der-Tür-Steher. Besonders die, die nicht mal nur eben eine oder zwei Haltestellen fahren wollen. Warum kann man denn nicht in den Gang durchgehen? Dann muss auch nicht jedes Mal genervt gucken, wenn jemand einsteigt und man Platz machen muss. Ich verstehe so was nicht. Schön sind auch Leute, die mit ihrem Kram den Sitz neben sich blockieren. Absichtlich. Gut, ich mache das auch manchmal, aber wenn ein Pulk einsteigt, mache ich den Platz frei. Ich habe schon neben Vierern gestanden, auf denen zwei saßen und neben sich die Tasche geparkt hatten, dass ja keiner sich neben sie setzt. Und es waren keine jungen Menschen.

Und zum Abschluss:

Was man vermisst: Sonnenschein.

Was man ersehnt: Schnee.

Was einen piesackt: Beginnender Kopfschmerz.

Was einen aufbaut: Die Auswahl zwischen DVD-Abend und fortgesetztem Lesen zu haben.

Worauf man hofft: Das ein geplanter Besuch kommen kann.

Was einen zum Weinen bringt: Das Nachdenken über eine bestimmte Person.

Was faszinierend war: Die Geschichten der Mitfahrgelegenheit.

Gute Nacht!

Aktuelle Musik:

Mike Oldfield – Tubular Bells II (Titel 7, „The Bell“, falls jemand außer mir darauf steht, Alan Rickman beim Aufsagen von Instrumenten zuzuhören)

Aktuelle Lektüre:

„Die geheime Geschichte Moskaus“ von Ekaterina Sedia, Hobbit Presse (Klett-Cotta) [gerade beendet, also noch unter Einfluss]

„Die Bibliothek bei Nacht“ von Alberto Manguel, S.Fischer

„Solar“ von Ian McEwan, Diogenes [liegt schon etwas länger angelesen da]

„Antike Bibliotheken“ von W.Hoepner (Hrsg.), Philip von Zabern [für mein Seminar gleichen Titels]

Edit: Den Namen von Herrn Hutchcraft geändert,  ohne zu googlen😉. Links eingefügt.

One thought on “Long ago, it seemed so long ago…

  1. Der einzig nennenswerte Ausreißer ist Theo Hutchence (oder so) von Hurts.

    Nur zur Info: Er heißt Hutchcraft😉 . nur mal die Frage: Kann man das nicht vorher googlen?😉

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