Zeitmangel, Musik und Colin Firth

Erstaunlich, dass die Gleichung Bachelorarbeit + Studentenjob = (gefühlt) keine Zeit mehr, für nichts macht. Jedenfalls fühlt es sich so an. Montags und dienstags Vorlesungen und so in L., ich versuche, an der BA-Arbeit zu schreiben. Dienstagabend dann in den Zug, einmal umsteigen und dann Ankunft viertel zwölf in R. Vom Freund abgeholt werden, in die Tram, nach Hause, ab ins Bett. Am Mittwoch dann gegen zehn auf Arbeit. Sonntagnachmittag zurück nach L. Und wieder von vorn. Allerdings nur noch bis Ende April.

Ich hätte es mir allerdings weitaus stressiger vorgestellt, zweimal die Woche quer durch Deutschland zu fahren. Man kann im Zug eigentlich gut arbeiten, wenn man will (und mental dazu in der Lage ist). Nur das Schlafdefizit werde ich wohl nie aufholen…

Es bleibt halt nur so wahnsinnig viel liegen, verständlicherweise. Ich habe noch einen dicken Stapel Bücher liegen, die gelesen werden wollen – „Das Glasperlenspiel“ von Hermann Hesse und die Hexer-Pentalogie (sagt man das so?) von Andrzej Sapkowski. Ich habe mir übrigens Belletristik-Leseverbot auferlegt, bis zur Abgabe der BA-Arbeit. Maximal im Zug erlaube ich mir das, aber da ich immer Strickzeug dabei habe, zwinge ich mich, eher zu stricken als zu lesen. Stricken: Dazu komme ich zur Zeit auch kaum. Mist.

Und dann war da auch noch eine literarische Playlist zu machen. Die Liste ist fertig, Texte sind auch schon rausgesucht. Viel ist es nicht mehr. Aber trotzdem, man schafft es nie.

Trotzdem macht Bachelor-Arbeit schreiben Spaß. Vor allem, weil ich so ein praxisorientiertes Thema gewählt habe. Das kommt meinem Praktikumsverlag zugute (hoffe ich…).

Apropos Leseverbot: Zum Ausgleich war ich in der Stadtbibliothek von R. und habe die CD-Abteilung geplündert, vornehmlich den Buchstaben M. Erbeutet wurden: Best-ofs von Massive Attack und Nancy Sinatra; „Give me fire“ und „Never seen the light of day“ von Mando Diao (ein Dankeschön an dieser Stelle an A. und C., die mich darauf gebracht haben); Maximo Parks „Our earthly pleasures“ – aus Interesse; Foo Fighters „Echoes, Silence, Patience and Grace“, weil da „The Pretender“ drauf ist, ein wahnsinnig geiles Stück Rock und weil ich das Album schon mal geliehen hatte; zwei Alben von Joni Mitchell („Clouds“ und „Both Sides Now“), Grund: „Both Sides Now“ auf dem „Tatsächlich Liebe“-Soundtrack hat mich neugierig gemacht, außerdem hat diese Frau eine tolle Stimme; dann noch drei Alben von meinem gegenwärtigen Ohrwurm, Muse. Erstaunlich, die Stadtbibliothek von R. hat ALLE Muse- und Massive-Attack-Alben.

Muse. Find ich klasse. Warum? Wegen der Musik, die sie machen: Sowohl druckvolle Songs mit Ohrwurmqualitäten („Uprising“), aber auch wundervolle Balladen („Invincible“). Und Matthew Ballamy, der u.a. Sänger, wirft sich immer mit Inbrunst in die höheren Lagen… Wunderbar. Die Texte gefallen mir auch – sollte ich je einen Endzeit-Apokalypse-Dystopie-Film noir, so eine Mischung aus der letzten dreiviertel Stunde „Independence Day“ und „1984“ drehen, Muse wären erste Wahl beim Soundtrack. Bei den meisten Songs von Muse habe ich auch sofort ein Video vorm dem inneren Auge laufen.

Das mache ich überhaupt gern: Mir alternative oder überhaupt Musikvideos zu Liedern auszudenken.

Bei „Uprising“ wäre das klar: Eine Menschenmenge, steht auf einer freien Fläche, vielleicht ein Feld. Es dämmert. Die Band steht vor der Menge, und hält den Song praktisch als aufpeitschende Rede. In etwa wie Bill Pullmanns Ansprache als US-Präsident in „Independence Day“. Und am Ende stürmen alle nach vorne. Yeah. Ich werde das wohl fortsetzen und meine Musikvideos hier posten.

Ich habe es leider verpasst, „True Grit“ im Kino zu sehen, jetzt läuft der Film nicht mehr. Dafür war ich aber in „The King’s Speech“ mit meinem neusten Lieblingsschauspieler Colin Firth. Der Mann ist großartig in seinem Minimalismus – er schaut nur ein bisschen anders und schon strahlt er eine völlig andere Stimmung aus. Außerdem nehme ich ihm alles und jeden ab. Colin Firth könnte eine lesbische drogenabhängige Prostituierte (ohne jemanden diskriminieren zu wollen) spielen, ich würde es ihm abnehmen. Gleich am nächsten Abend war „A Single Man“ dran – und es geht tatsächlich noch wundervoller. Hach.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s