Hello and Goodbye

Dies ist der erste „richtige“ Tag in meinem neuen Studienort. Gestern haben meine Eltern und ich die allerletzten Dinge hergeschafft; dann fuhren sie wieder nach Hause.

Meine Mitbewohnerinnen, die ich gewiss habe, sind noch nicht da, ich vermute, sie kommen erst am Sonntag. Die Vorlesungen beginnen für mich am Montag (Einführungsveranstaltungen).

Den heutigen Tag habe ich, nach dem gestrigen Auspack-, Einräum- und Umräummarathon, genutzt, um das Städtchen zu erkunden. Schließlich muss ich wissen, wo ich Montag hin soll! Das Fazit nach anderthalb Stunden nach dem Frühstück schaut folgendermaßen aus.

M. liegt im selben Bundesland wie meine alte Studienstadt L., allerdings in einer ländlichen, hügeligen Gegend. Der Dialekt unterscheidet sich auch, obwohl es nur ein Autostunde Entfernung zwischen beiden ist. Zum Markt (=Zentrum) muss man bergab, bergab, bergab, weil mein Wohnheim am nördlichen Ende von M. liegt; demzufolge heißt es auf dem Rückweg: bergauf, bergauf, bergauf gehen. M. ist in den beiden Weltkriegen verschont geblieben, daher stehen hier viele schöne Altbauten, allerdings auch wie in L. in einer wunderbaren Mischung von saniert und verfallen. Was mich erstaunt hat, ist der Mangel an Fahrradfahrern, vermutlich sind die Straßen doch manchmal zu steil. Oder es geht erst mit den einfallenden Studenten diesbezüglich richtig los, wer weiß.

(Essentielle) Dinge, die ich bereits entdeckt habe: Mindestens zehn Friseursalons, vom biederen Salon Typ  „Brigitte“ (der werte Leser weiß sicher, was ich meine) bis hin zum modernen Stylingsalon mit Haar-Wortspiel im Namen. Weiterhin meine Bank, diverse Bäcker und Fleischereien, erstaunlich wenige Lokale und Cafés, zwei Buchhandlungen (sehr gut), einen Discount-Supermarkt in Innenstadtnähe und einen Zeitschriften/Getränke/Tante Emma-Laden nah meines Wohnheims. Außerdem habe ich mir einen Stadtplan und eine Institutionsübersicht besorgt, von daher weiß ich, dass es noch eine Bibliothek gibt. Außerdem muss ich mich noch ummelden, das steht am Montag an, nach dem Kennenlern-Frühstück.

Die Buchhandlungen waren beide interessant: Die kleinere hatte (nach Rundgang) das bessere Sortiment, die größere (benannt nach einem deutschen Schriftstellen, den ich sehr mag) ist dafür in einem alten Bürgercafé untergebracht. Ein Raum darin ist mit einer (sagt man das so?) gefachten Decke ausgestattet, deren Segmente wundervoll bemalt sind. Da werde ich meinen Freund als erstes hineinschleppen, wenn er mich mal besuchen kommt. E wird zwar die Augen rollen, weil ich ihn in eine Buchhandlung zwinge, aber die Decke wird er lieben.

Wenn man neu in einer Stadt ist, kommt man ohne Stadtplan (beziehungsweise selbst mit) manchmal nicht darum herum, Passanten nach dem Weg zu fragen. Die M.er sind nett, soweit ich das sagen kann, und seltsame Figuren gibt es auch bei mir daheim.

Meine zukünftige Hochschule habe ich auch gefunden, und sogar das Gebäude, in dem ich meistens haben werde. Glaube ich zumindest. Also im ersteren Fall bin ich mir total sicher, im letzteren nicht so ganz. Wenn meine Mitbewohnerinnen da sind, werde ich sie ausfragen.

Auch, was den ÖPNV angeht – hier fährt nur ein Bus, in mehreren Linien zwar, aber halt nur Bus, halbstündig. In L. muss man maximal 15 min warten, dann kommt die nächste Tram. Naja, daheim ist es auch nicht viel anders, also heißt es back to the roots, was das angeht.  Laufen schadet schließlich auch nicht.

Heute Nachmittag werde ich mal den HS-Weg probeweise abfahren. Einerseits zur Zeitmessung, andererseits zur Wegbestimmung und drittens, um die eben aufgestellte Radfahr-These zu überprüfen.

Nachtrag folgt hier.

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