Praxistest

Dieser Tage habe ich mein erstes komplett selbst gestricktes Kleidungsstück, den „Old Romance Cardigan“ (Ravelry-Link) den ganzen Tag über getragen. Das heißt: Während des Arbeitstages und nach Feierabend auf einer Veranstaltung. Ich habe ihn schon während einer Feier angehabt, aber das waren nur zwei Stunden, bevor mir zu warm wurde und ich ihn ausziehen musste 🙂
Vorab hatte ich ein wenig Bedenken wegen des Lochmusterteils, dass ich da frieren würde und andererseits, dass es unterwegs unter der Jacke zu warm werden würde. Beides hat sich nicht bewahrheitet; ich hatte ein T-Shirt drunter, was witterungsbedingt und büroklimatisch genau richtig war. Ein Langarm-Shirt wäre wohl zu warm gewesen.
Der Schnitt hat sich auch als unkompliziert erwiesen, die Jacke ist mir nicht einmal von den Schultern gerutscht. Ich musste zwar manchmal ein bisschen „zuppeln“, aber nur, um den Sitz zu korrigieren und den Lochmusterstreifen gerade zu ziehen. Die Ärmel musste ich wegen der 3/4-Länge auch nicht hochschieben, gute Entscheidung, die nur so lang zu machen. Die offene Front kommt mir sehr entgegen, da ich Strickjacken selten geschlossen trage. Ich hatte überlegt, da noch einen Knopf und eine Schlaufe dranzuzaubern, habe mich aber erstmal dagegen entschieden. Zur Not tut’s eine Brosche.
Von hinten gefällt mir der Ausschnitt übrigens sehr, der ist genau richtig von der Höhe her.
Das Holst-Garn ist auch nach längerem Tragen auf den blanken Unterarmen angenehm, ich bin da aber sowieso recht schmerzfrei.
Ich habe auch (nach dezentem Hinweis auf das Teil, ahem) viele Komplimente bekommen. Ein Kommentar war der Klassiker „Sieht ja aus wie gekauft!”, was ich mal dahingehend interpretiere, dass das Teil nicht dem Öko-Strickpulli-Klischee entspricht und offenbar tragbar und nach Mode aussieht 😉
Die Jacke wanderte auch daheim nach dem Auslüften nicht zurück in den Schrank, sondern wurde noch für einen Kurzurlaub am Wochenende eingepackt. Dazu gibt es aber noch kein Fazit 😉

Der Tag hat mir jedenfalls zwei Erkenntnisse gebracht:
1) Ich brauche mehr Strickoberteile!
2) Den Old Romance werde ich definitiv öfter tragen!

Welche Erfahrungen habt ihr mit euren gestrickten Sachen im Alltag gemacht?

PS: Letztes Jahr zu Pfingsten, da war das Stück gerade in Arbeit, bin ich mit dem Zug an Leipzig vorbeigefahren. Leipzig + Pfingsten = Wave Gotik Treffen. Es stiegen zwei Besucher zu, wir kamen ins Gespräch und das hier passierte:

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„One More Row“ and Other Lies

Word!

Feel Good Knitting

You know those little things we tell ourselves about crafting? Or perhaps you tell them to your loved ones. Those things we swear we mean in the moment, but we all know in reality aren’t ever going to actually happen. Here are my top 10. What are yours?

1. One more row.

I should really get to bed. Just one more row. Man, if I don’t work out soon it’s going to be too late to get any exercise in today. Just let me do one more row. Sure honey, I’ll go take out the trash. After I knit one more row.

2. I’m only going to knit from stash.

I have so much yarn it is overflowing my stash cubicles. There has to be enough in there to last through the yarnpocalypse. So how is it I don’t have any yarn for this project I’ve chosen?

yarn storage Seriously.

3. This isn’t nearly enough…

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Mein Strick-Jahresrückblick 2013

Inspiriert von meinem Lieblings-Strickladen/Stricktreff/Wolldealer-Blog „Fadenliebe“ hab auch ich auf das Jahr 2013 zurückgeblickt und geschaut, was das so alles war…

1. Dein Strick-/Häkel-/Web-Jahr 2013: Erzähle von einem, deinem Projekt, es muss nicht das grösste und das liebste 2013 gewesen sein, sondern das Projekt, was dir aus irgendeinem Grund einfällt. Vielleicht, weil das Stück, das herauskam, etwas ganz Besonderes ist, oder weil das Muster dir etwas neues beigebracht hat oder weil das Garn so besonders war… greif 1 Projekt heraus und erzähle uns etwas davon.

Die Entscheidung für EIN Lieblingsprojekt ist gar nicht so einfach… Aber wenn ich denn muss, so wäre es mein Color Affection. Die Anleitung habe ich geschenkt bekommen, die Wolle bei einem Destash ergattert – es war eigentlich ein Kit für ein anderes dreifarbiges Tuch… Zwischendurch war ich echt genervt von den langen Reihen, aber als das Tuch dann fertig war, war das alles vergessen! Ich hätte niemals gedacht, dass der so toll und so riiiiiesig wird. Inzwischen hat das Tuch einen Stammplatz im Schubladenschrank auf Arbeit und kommt immer dann zum Einsatz wenn mir kalt ist 😉

 

2. Dein Stash 2013: Wie hat er sich entwickelt? Hast du tolle neue Garne erworben, hast du ihn ab- oder aufgebaut? Hat sich dein Geschmack geändert – was war dein liebstes Garn/deine Fasern in 2013?

Ganz klar: mehr und besser. Beim Wollefest in Leipzig habe ich ordentlich zugeschlagen. Außerdem habe ich das erste Mal mit Seide/Merino bzw. reiner Seide gearbeitet. Das ist großartig! Ich werde definitiv mehr davon verstricken.

Liebste Indiefärber: DyeForYarn und Drachenwolle, aus dem Ausland: Madelinetosh.

  

3. Spinnen 2013 (wenn du spinnst): Welches Garn kommt dir in den Sinn, von dem du erzählen willst? Hast du eine neue Spinntechnik gelernt und Herausforderungen gemeistert?

4. Welche deiner Stücke, die du gemacht hast, waren 2013 deine Lieblingsteile (also, die du oft und gern getragen hast)?

Puuuh, meine Stulpen wollte ich gar nicht mehr ausziehen. Und auch der Herbst-Hitchhiker (in 5 Tagen gestrickt, total irre!) ist echt super. Und jetzt, da sie fertig ist, wird diese Mütze wohl auch öfter das Tageslicht sehen 😉

  

5. Die “most knitworthy person(s)” 2013 für dich?

Ich. ICH. 🙂

 

6. Was waren die schlimmsten Crafting-Unfälle und Reinfälle?

Eine Mütze für meine Mutter. Zuerst war sie zu klein, dann zu groß, dann passte die Größe, dann ging mir die Wolle aus und war über-haupt nicht zu bekommen. Ich habe sehr viel geflucht dabei.

 

7. Lieblings-Designer_in 2013?

Gab es keinen. Ich bin da eher eklektisch.

  

8. Song des Jahres?

Jede Menge:

– „Soothe My Soul“ von Depeche Mode

– „Longest Day“ von den Soulsavers

– „No Light No Light“ von Florence and The Machine

– „Things We Lost In The Fire“ von Bastille

– „Cupid“ von Hurts

– „Radioactive“ von Imagine Dragons

 

9. Buch des Jahres?

„Die Arena“ von Stephen King. Groß-artig. Meisterhaft. „Das Lied von Eis und Feuer“ hat unser ganzes Jahr begleitet.

 

10. Film/Serie des Jahres?

Film: „Only Lovers Left Alive“ von Jim Jarmusch. Okay, den habe ich kurz vorm Jahreswechsel erst gesehen, aber er schlug den zweiten Teil vom „Hobbit“ um Längen. Leider.

Serie: Da „Game of Thrones“ erstmal Pause hat, waren „Person of Interest“ und seit November „Doctor Who“ ganz klar dominierend.

 

11. 3 Dinge, die du nicht hättest missen wollen?

– meinen Job (auf keinen Fall!!!!)

– meine ehemalige Mitbewohnerin Lucie

– alle tollen Erlebnisse (Depeche Mode-Konzert! Umzug! Hochzeitsvorbereitungen! Paris!)

 

12. 3 Dinge, auf die du gut hättest verzichten können?

– die üblichen familiären Sorgen

– die lange Wartezeit auf die dritte Staffel „Sherlock“

– die im Umzug verloren gegangenen Dinge…

 

13. Was hast du 2013 Neues begonnen?

Mein erstes „richtiges“ Kleidungsstück – ein leichtes Strickjäckchen für den Sommer. Ich noch lange nicht fertig, aber ich mache gut Fortschritt.

 

14: Wovon hast du dich 2013 getrennt?

Ich hab in Vorbereitung des Umzugs ordentlich ausgemistet. Außerdem bin ich beim Weihnachtswichteln vom Stricktreff ungeliebte Wolle losgeworden. Oh, und wenn ich irgendwann dazu komme, die aussortierten Klamotten wegzuschaffen, dann auch von alter Kleidung. 

 

15: 2013 in einem Wort? (oder ein Motto)

„Waaaaaas, schon vorbei?!“

Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln

Besser kann ich mal wieder nicht sagen… (und ein neuer Eintrag musste irgendwie auch her.)

aus.gelesen

Es ist der Traum von einem Ort, an dem man zu sich kommen kann,
wo man nicht primär leben, sondern überleben muss.
“ [4]

Nimmt man dieses Buch, ein Buch, das hochgelobt und ausgezeichnet ist [1, 2], in die Hand, will man es nicht mehr zur Seite legen, denn dieser „Atlas der abgelegenen Inseln“ ist ein Schmuckstück, ein kleines Od in der Bücherwand, in der man es nicht einfach einreihen sollte, sondern herausheben, in die Front stellen…. damit habe ich jetzt zwar schon die Zusammenfassung meiner Buchvorstellung an den Anfang gerückt, aber ich hoffe, jede/n dadurch so neugierig gemacht zu haben, daß er/sie trotzdem weiterliest..

insel

„Reif für die Insel“: wer würde diesen Spruch nicht kennen, ihn nicht selber schon gebraucht haben in den Momenten, in denen die Erschöpfung, die Müdigkeit nach einem greift, die Erwartungen und Ansprüche des Umfelds einen zu überrollen drohen und man einfach weg will… die…

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